Da-Sein

Die Arme zu lang, die Hände zu groß, mit starker Präsenz und Kraft. Skulpturen, die sich von der Welt selbstbewusst abwenden und sie aus der Entfernung kritisch betrachten – oder die sich mit ihr verbinden und den Eindruck vermitteln, das Leben zu umarmen, leicht und schwerelos.

Die Skulpturen von Rendel Freude haben eines gemeinsam: sie konfrontieren uns mit all den Widersprüchen unseres Seins und mit all unseren verborgenen Träumen, Sehnsüchten, Ängsten und Wünschen.

Die oft überlebensgroßen Figuren kontrastieren von Feuer gehärtet und geschwärzt mit ihrer Umgebung und grobgenaue Bearbeitung mit der Kettensäge fördert die Reduzierung auf das Wesentliche. Die strengen Konturen werden durch Bearbeitung der schwarzen Oberfläche mit weisser Lasur und farbigen Pigmenten gemildert – und mit der räumlichen Wirkung der Farbe nähern sich die Figuren der Welt.

Neben den figürlichen Arbeiten entstehen abstrakte Formen, oft mit Metall verbunden. Und Masken aus vertikal gerichteten alten Eichenbalken zeigen an Schnüren pendelnd durch ihre offenen Münder, dass es immer auch ein Dahinter gibt. In der Serie "Übrixx" sind Reststücke von Stämmen zu skurril geformten Köpfen verarbeitet.

Rendel Freude begleitet ihre bildhauerische Arbeit fotografisch dokumentierend und künstlerisch kommentierend. Zum Beispiel mit der Fotoserie „Feuer“, die die Ästhetik des flüchtigen Augenblicks der Verwandlung festhält – und die Wirklichkeit verschiebt sich in eine Welt des Dazwischen.